Fünf Fragen an Bürgermeister Fabian Zachel
Fabian Zachel ist seit November 2025 SPD-Ratsmitglied und einer von drei ehrenamtlichen Bürgermeistern, die den Oberbürgermeister vertreten. Im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung ist er stellvertretender Vorsitzender, im Wirtschaftsausschuss Sprecher seiner Fraktion. Damit entscheidet er auch über Wohnungsbau und Verkehr in Oberkassel, Heerdt, Lörick und Niederkassel mit. Fünf Fragen hat der 41-Jährige schriftlich beantwortet.
Herr Zachel, wie würden Sie sich den Leserinnen und Lesern von OBERKASSEL aktuell vorstellen, und welche Stationen haben Sie in das Amt des Bürgermeisters geführt?
Ich bin 41 Jahre alt, Familienvater und Düsseldorfer mit ganzem Herzen. Aufgewachsen und gelebt habe ich in ganz unterschiedlichen Ecken der Stadt und Düsseldorf dabei immer wieder neu kennengelernt. Ich leide mit der Fortuna, mag gute Gespräche und vor allem Begegnungen mit Menschen, die unsere Stadt ausmachen. Politisch engagiere ich mich seit über 20 Jahren und darf seit November 2025 meine Heimatstadt als Bürgermeister vertreten.
Welche Themen stehen derzeit auf Ihrer Agenda, und welche davon betreffen Oberkassel, Heerdt, Lörick und Niederkassel unmittelbar?
Mich beschäftigt vor allem die Frage, wie Düsseldorf auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der Menschen gerne und gut zusammenleben. Dazu gehören bezahlbare Wohnungen und lebenswerte Viertel genauso wie starke Nachbarschaften, gute öffentliche Räume und Orte der Begegnung. Besonders wichtig ist mir, das Ehrenamt zu stärken und Menschen miteinander zu verbinden.
Gleichzeitig stehen wir vor einer neuen Realität: Auch Düsseldorf muss stärker auf jeden Euro schauen. Das ist für unsere Stadt ungewohnt. Gerade deshalb braucht es politische Prioritäten. Wir dürfen nicht zuerst bei den Dingen sparen, die Zusammenhalt schaffen. Wer an Quartieren, sozialen Strukturen, Vereinen oder Begegnungsorten kürzt, spart kurzfristig Geld und zahlt langfristig gesellschaftlich drauf. Und dabei ist für mich am Ende nicht entscheidend, um welchen Stadtteil es geht: Gute Lebensbedingungen und gesellschaftlicher Zusammenhalt müssen überall in Düsseldorf unser Anspruch sein.
Viele Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker berichten von Anfeindungen. Wie erleben Sie das, und wie gehen Sie damit um?
Der Ton ist rauer geworden, auch persönlich. Das darf man nicht kleinreden. Ich muss aber auch sagen: Ich habe ein ziemlich dickes Fell. Für mich ist entscheidend, trotzdem im Gespräch zu bleiben. Positionen, die unsere Demokratie angreifen, müssen wir klar bekämpfen. Aber wir dürfen Menschen nicht pauschal abschreiben, nur weil sie aus Frust oder Protest (rechts-)extreme Parteien wählen.
Das Bürgermeisteramt ist ein Ehrenamt. Welcher hauptberuflichen Tätigkeit gehen Sie nach, und wie vereinbaren Sie beides?
Für meine Oberbürgermeisterkandidatur habe ich meinen damaligen Job aufgegeben, weil ich Verantwortung für diese Stadt übernehmen wollte. Danach habe ich mich im Bereich Unternehmensberatung selbstständig gemacht. Ab dem 1. Dezember werde ich Vorstand eines bundesweit tätigen Sozialverbandes mit Sitz in Düsseldorf. Beides zu verbinden, wird anspruchsvoll. Genau das reizt mich aber: gesellschaftlich etwas bewegen, Verantwortung übernehmen und nah an den Menschen bleiben.
Sie sind bekennender Fortuna-Fan. Wie beurteilen Sie die derzeitige Lage des Vereins?
Fortuna und Düsseldorf gehören für mich untrennbar zusammen. Gerade deshalb braucht es jetzt eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was ist in den vergangenen Jahren gut gelaufen, wo wurden Fehler gemacht und was müssen wir verändern? Jetzt müssen alle zusammenarbeiten, Verantwortung übernehmen und die Fortuna wieder nach vorne bringen. Und egal, was kommt: Liebe kennt keine Liga!